Was muss das für ein Leben sein: Die Woche über lebt man seinen Traum und dreht Filme und am Wochenende lässt man es sich, dank des vielen Geldes, das man während der Dreharbeiten verdient hat, so richtig gut gehen. Man lebt in einer teuren Villa mit riesigem Pool und Hausangestellten und fährt einen Luxusschlitten, der die neidischen Blicke der übrigen Verkehrsteilnehmer auf sich zieht. So oder so ähnlich muss es sein, das Leben eines Filmstars, das für die meisten Menschen ihr Leben lang unerreichbar sein wird. Auch Sie haben eine Freundin, die schon seit langem vom Leben der Schauspielerinnen Hollywoods schwärmt und sich nichts sehnlicher wünscht als selbst ein Filmstar zu sein – und sei es auch nur für ein einziges Mal? Dann könnte die folgende Geschenkidee genau das richtige zum nächsten Geburtstag der besagten Freundin sein.
Auch, wenn sich der Wunsch nach Reichtum und Berühmtheit nur schwer erfüllen lassen dürfte, zumindest das Bedürfnis einmal als Schauspielerin vor der Kamera zu stehen, lässt sich durchaus erfüllen. Alles, was man für dieses einmalige Geschenk benötigt, ist eine Kamera, eine Gruppe guter Freunde, die gewillt sind dem Geburtstagskind ein einmaliges Geschenk zu machen, Kreativität und Zeit… viel Zeit. Wer nicht mindestens über 3 Monate täglich mehrere Stunden investieren kann, der sollte sich besser nach einem anderen Geschenk umsehen. Wer aber dazu bereits ist für seine beste Freundin diese Zeit aufzubringen, der kann ihr mit einem einmaligen Geschenk tatsächlich den lange gehegten Wunsch erfüllen Schauspielerin zu werden. Dazu muss man die jeweilige Freundin nur zum Star im selbst gedrehten Film machen.
Schritt 1 – Die Story
Um der besten Freundin die Hauptrolle in einem selbst gestalteten Film übergeben zu können, muss natürlich zunächst einmal ein solcher Film gedreht werden. Dazu bedarf es einer ganzen Gruppe von Freunden, die ein Drehbuch erarbeiten und sich später selbst als Nebendarsteller zur Verfügung stellen. Klingt nach viel Arbeit? Ist es auch, doch es lohnt sich und wird allen Beteiligten mit Sicherheit viel Freude bereiten. Bevor man sich gemeinsam Gedanken über Drehorte und dergleichen macht, braucht man zunächst einmal ein ganz grobes Handlungsgerüst, auf das der Film später aufbauen kann. Im Folgenden daher einige Tipps wie man bei der Themenfindung am besten vorgeht:
- Brainstorming: Zunächst empfiehlt es sich einmal alle Ideen, die man in der Gruppe zu dem Film hat, zu sammeln. Hat man genug Ideen aufgeschrieben, dann kann man immer noch aussortieren, welche Ideen umsetzbar sind und welche verworfen werden müssen. Es empfiehlt sich ein Story-Thema zu wählen, in das sich auch die beschenkte Freundin später gut einfinden kann – schließlich soll sie ja der Star des Films werden.
- Genre: Wichtig ist es sich über das Genre des Films klar zu werden, den man drehen möchte. Soll es ein romantischer Liebesstreifen, eine Komödie oder doch ein Krimi werden?
- Den Ball flach halten: Essentiell ist es sich nicht von einem Anflug von Euphorie fortreißen zu lassen. Eine Gruppe von Freunden wird kaum in der Lage sein binnen kurzem einen künstlerisch wertvollen Arthouse-Film auf die Beine zu stellen. Ebenso wenig ist ein Action-Streifen im Stile des Kultregisseurs Michael Bay möglich – schon alleine weil sich das Budget stark in Grenzen hält. Die Story sollte daher in einer normalen Umgebung drehbar sein und vor allem der Hauptdarstellerin Spaß machen.
Hat man sich auf ein Thema für die Story geeignet, dann kann man zum wichtigsten (und zeitintensivsten) Teil der Vorbereitungen über gehen: dem Drehbuch.
Schritt 2 – Das Drehbuch
Wer ein gutes und halbwegs glaubhaftes Drehbuch schreiben möchte, sollte die folgenden Tipps beherzigen:
- Glaubwürdigkeit: Wichtig ist es eine geradlinige Story zu erzählen, die nicht allzu unglaubwürdig erscheint (es sei denn man dreht eine absurde Komödie, dann ist natürlich alles erlaubt). Daher gilt: Abstand halten von allzu vielen unerwarteten Wendungen und eine geradlinige Geschichte erzählen, die in sich stimmig ist. Klischees sollten dabei weitestgehend vermieden werden. Nach Möglichkeit sollte auch die Entwicklung der Charaktere nicht allzu viele Brüche beinhalten; das wirkt oft aufgesetzt.
- Dialoge: Anfänger orientieren sich am besten an dem Grundsatz: Je simpler desto besser. Oft ist man dazu geneigt ausgefeilte Dialoge zu schreiben, die nicht selten über mehrere Seiten gehen. Mit der Länge, die ein ungeübter Schauspieler spricht, nimmt in der Regel aber auch die Unglaubwürdigkeit des Ganzen zu. Lange Dialoge wirken meist hölzern und aufgesetzt. Daher lieber kurz und knackig schreiben und mehr Wert auf die Ausarbeitung der Story legen.
- Kameraeinstellungen: Hobbyregisseure vergessen bei einem Drehbuch häufig, dass es hier nicht nur darum geht eine Story in Dialogform zu schreiben, sondern sich auch Gedanken darüber gemacht werden muss, welche Szenen man zwischen den Dialogen zeigen möchte. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die Kameraeinstellung. Am besten macht man sich im Vorfeld ausreichend Gedanken darüber, wann man eine Totale zeigen und wann man an das Gesicht der Hauptdarstellerin heran zoomen möchte. Anderenfalls dauert das eigentliche Drehen später ewig und allzu lange wird der angehende Filmstar, den man beschenken möchte, wohl nicht haben.
Schritt 3 – Die Dreharbeiten
Den letzten Teil, die eigentlichen Dreharbeiten, kann man nur mit der Freundin, der man das einmalige Geschenk zugedacht hat, gemeinsam angehen.
- Drehort: Zunächst muss man sich Gedanken über einen passenden Drehort machen. Prinzipiell kann man natürlich überall drehen, schöner ist es aber, wenn nicht gerade das eigene Wohnzimmer zum Drehort umfunktioniert wird. In diesem Zusammenhang bietet es sich an neben der Hauptrolle im selbstgedrehten Film noch eine Reise zu verschenken – vielleicht in eine Großstadt mit einer einmaligen Kulisse oder auf eine Insel der Balearen oder Kanaren, sodass das mediterrane Flair für ein unvergessliches Dreherlebnis sorgt.
- Schauspiel: Als Produzent, Drehbuchautor und Regisseur in Personalunion obliegt es der Freundesgruppe natürlich selbst ihre Hauptdarstellerin anzuweisen und ihr einige Tipps zu geben. Auch wenn der Spaß während der Dreharbeiten natürlich klar im Vordergrund steht, kann man dem angehenden Filmstar einige Tipps mit auf den Weg geben, die bestimmt hilfreich sein werden. Zunächst gilt: Weniger ist mehr. Anstatt mit ausladender und übertriebener Gestik zu arbeiten, empfiehlt es sich, sich zunächst auf die Mimik zu konzentrieren, denn vom Gesicht der Hauptdarstellerin geht der meiste Zauber aus. Hat man Probleme damit die richtigen Geschichtsausdrücke bei bestimmten Szenen zu finden, dann kann es helfen an eine (zumindest weitestgehend) vergleichbare Situation aus dem Alltag zu denken.
- Requisiten: Je nach Art des Films, den man drehen möchte, kann es sinnvoll sein im Vorfeld einige Requisiten wie Filmblut, falsche Einschusslöcher, bestimmte Kostüme etc. zu besorgen. Auch hier sollte man es aber nicht übertreiben, schließlich soll das Schauspiel der Hauptdarstellerin im Vordergrund des Streifens stehen.
- Schnitt: ist der Film endlich im Kasten, gilt es nur noch diesen am heimischen PC etwas zu bearbeiten. Dank moderner Programme, die man sich überall kostenlos herunterladen kann, (einfach mal „Filmschnitt Programm“ googlen), ist das Schneiden in wenigen Stunden erledigt.
Wer sich diese Tipps zu Herzen nimmt und genug Zeit und Kreativität mitbringt, der wird seine Freundin mit einem wirklich einzigartigen Geschenk überraschen, das diese niemals wieder vergessen wird. Wer sich nun Sorgen macht, dass das Filmprojekt einiger Möchtegern-Regisseure und Schauspieler ohne Budget doch nur in einer Farce enden kann, der sollte sich klar machen, dass unabhängig von dem Ergebnis natürlich der Spaß beim Drehen im Vordergrund steht. Zudem sollte man im Hinterkopf behalten, dass sogar die unschärfsten und verwackeltsten, mit einer billigen Handkamera aufgenommene Bilder noch für viel Spannung sorgen können. Filme wie „Blair Witch Project“ haben dies zur Genüge gezeigt. Sollte die beschenkte Freundin dank des selbst gedrehten Films erst recht auf den Geschmack der Schauspielerei gekommen sein, dann könnte man überlegen im Anschluss des Drehs – oder vielleicht zum nächsten Geburtstag, Jahrestag oder Weihnachten – einen Gutschein für einen weitergehenden Schauspielkurs zu schenken. Die folgende Linksammlung hilft hoffentlich bei der Suche nach einem passenden Kurs:
http://www.jochen-schweizer.de/geschenkideen-frauen/schauspielkurs,default,pd.html
http://www.schauspielwerkstatt-hamburg.de/
http://www.schauspielkurs-frankfurt.de/